Es erschien der Wirth Sutte Peet Assu und trug vor, dass die gewesene Wirthin Marri Sutt und auch ihre Tochter Mall (15 Jahre alt) ihn bei jeder Gelegenheit schimpfe und verschiedene Drohungen ausstosse, als: Du sollst schon einmal so weit kommen dass Du das Gesinde verlassen musst. Ferner gab er an dass er ihr Land gegeben wofür sie ihm noch keinen Tag geleistet habe. In solcher Veranlassung bittet er Peet Assu das Gemeindegericht um Beistand u. dahin wirken zu wollen, dass die Wittwe Marri Sutt anderweitig untergebracht werde. Dass seine Beschwerde nicht ungegründet ist, wird wohl der ganzen Gemeinde bekannt sein, denn sollte er auch alle Drohungen u. den Schimpf ertragen so ist es ihm doch nicht möglich ihre grosse Viehherde fernerhin unterzubringen da er durch dieselbe täglich unersetzlichen Schaden leidet.
Vorgefordert erschien die Wittwe Marri Sutt und deponirte, dass sie mit dem Peet Assu nur dann einige Worte gewechselt wenn er sie dafür dass ihr Vieh zuweilen - wie es doch überall trotz der Wachsamkeit des Hüters vorkommen kann - in sein Korn gegangen, zur Rede gestellt und ihre Tochter welche das Vieh hütet, gepocht u. gedroht hat; dass sie ihn aber gedroht u. geschimpft habe, sei nicht wahr.
Es bezeugten aber Jürri Pödder u. Hans Ewerd, dass sie gehört haben wie die Marri Sutt den Peet Assu geschimpft hat.
Verfügt:
Die Gutsverwaltung zu bitten dass sie für die Wittwe Marri Sutt ein separates Quartier abtreten möchte, weil sie durch Streitsucht weder in dem Sutte Gesinde bleiben noch in ein anderes Gesinde untergebracht werden kann. Oder ihr vorzustellen ob sie freiwillig im Lauf des Sommers, das ist vor der Erndte das Sutte Gesinde verlassen und sich eine andere Stelle suchen will.
Bei Eröffnung dessen erklärte die Wittwe Marri Sutt dass sie garnicht in dem Sutte Gesinde bleiben will und sich um eine andere Stelle umsehen wird.
Der Wirth Peet Assu erklärte, dass wenn die Marri Sutt sein Gesinde verlässt, so verzichtet er auf die Leistung der Tage welche sie ihm für das zur Nutzung gehabte Land schulde.
Woisek d. 14. Juli 1861
Gegenw. Vorsitzer Hans Palm XXX
Beis. Hans Kuk XXX
u. Adres Kukkemilk XXX
Wallin, Gemeindeschreiber
Es erschien der Wirth Sutte Peet Assu und trug vor, dass die gewesene Wirthin Marri Sutt und auch ihre Tochter Mall (15 Jahre alt) ihn bei jeder Gelegenheit schimpfe und verschiedene Drohungen ausstosse, als: Du sollst schon einmal so weit kommen dass Du das Gesinde verlassen musst. Ferner gab er an dass er ihr Land gegeben wofür sie ihm noch keinen Tag geleistet habe. In solcher Veranlassung bittet er Peet Assu das Gemeindegericht um Beistand u. dahin wirken zu wollen, dass die Wittwe Marri Sutt anderweitig untergebracht werde. Dass seine Beschwerde nicht ungegründet ist, wird wohl der ganzen Gemeinde bekannt sein, denn sollte er auch alle Drohungen u. den Schimpf ertragen so ist es ihm doch nicht möglich ihre grosse Viehherde fernerhin unterzubringen da er durch dieselbe täglich unersetzlichen Schaden leidet.
Vorgefordert erschien die Wittwe Marri Sutt und deponirte, dass sie mit dem Peet Assu nur dann einige Worte gewechselt wenn er sie dafür dass ihr Vieh zuweilen - wie es doch überall trotz der Wachsamkeit des Hüters vorkommen kann - in sein Korn gegangen, zur Rede gestellt und ihre Tochter welche das Vieh hütet, gepocht u. gedroht hat; dass sie ihn aber gedroht u. geschimpft habe, sei nicht wahr.
Es bezeugten aber Jürri Pödder u. Hans Ewerd, dass sie gehört haben wie die Marri Sutt den Peet Assu geschimpft hat.
Verfügt:
Die Gutsverwaltung zu bitten dass sie für die Wittwe Marri Sutt ein separates Quartier abtreten möchte, weil sie durch Streitsucht weder in dem Sutte Gesinde bleiben noch in ein anderes Gesinde untergebracht werden kann. Oder ihr vorzustellen ob sie freiwillig im Lauf des Sommers, das ist vor der Erndte das Sutte Gesinde verlassen und sich eine andere Stelle suchen will.
Bei Eröffnung dessen erklärte die Wittwe Marri Sutt dass sie garnicht in dem Sutte Gesinde bleiben will und sich um eine andere Stelle umsehen wird.
Der Wirth Peet Assu erklärte, dass wenn die Marri Sutt sein Gesinde verlässt, so verzichtet er auf die Leistung der Tage welche sie ihm für das zur Nutzung gehabte Land schulde.
Woisek d. 14. Juli 1861
Gegenw. Vorsitzer Hans Palm XXX
Beis. Hans Kuk XXX
u. Adres Kukkemilk XXX
Wallin, Gemeindeschreiber