PROTOKOLL

Paenasti: Protokollid (1861-1874)

LeidandmedEAA.3607.1.1
Kaader
6
7
8
Daatum30.11.1862
Protokolli teema8. Varavastased kuriteod
Kohtumehed
Eesnimi Perekonnanimi Täisnimi Roll
Hans Palm Peakohtumees
Andres Kukkemilk Kohtumees

Es reichte der Pajusbysche Gesindeswirth Simori Hans Kuk die Anzeige, dass am 18. October in der Nacht seine Kleete aufgebrochen u. daraus 27,70 Kop. gestohlen worden. Verdacht hege er auf den Lostreiber Hans Jännes, weil derselbe am benannten Tage d. 18. Oct. zur Lopaschen Mühle gegangen, Abends spät nach Hause zurückgekehrt, u. am andern Morgen d. 19. Oct. in aller Frühe wieder fortgegangen ist. In derselben Nacht, als der H. Jännes sich abwesend zu zeigen beabsichtigte, ist die Kleete aufgebrochen worden. Da der H. Jännes am 30. Oct. sich zur Reise nach Dorpat gerüstet, so habe er Hans Kuk, auf vorbenannten Verdacht sich fussend, entschliessen müssen, ihn durch die Gemeinderichter wegen des gestohlenen Geldes befragen zu lassen u. nöthigenfalls seine beabsichtigte Fahrt zu vereiteln, u. sei er deshalb zur Nömmaferschen Magazinkleete gefahren, wo an demselben Tage, d. 30. Oct., die Richter beim Kornempfang beschäftigt waren, habe ihnen daselbst seine Verdachtsgründe gegen den Hans Jännes vorgetragen, worauf sie einig geworden, den des Diebstahls Verdächtigen wenn er angefahren kommt, anzuhalten u. zu durchsuchen.

Da sie aber bei ihm nur 50 Kop. gefunden, u. seiner Aussage, dass er durchaus nicht mehr Geld besitze, Glauben schenkten, so liessen sie ihn passiren.

Nun habe er Hans Kuk aber die Gewissheit, dass der Hans Jännes das Geld gestohlen hat weil letzterer selbst ausgesagt, dass ihm auf dem Weissensteinschen Markte 23 Rubel gestohlen worden u. wenn er nicht nachweisen kann, wo er dieses Geld erhalten so ist es ganz gewiss der Rest des aus seiner Kleete gestohlenen Geldes gewesen.

Vorgefordert erschien Hans Jännes u. wurde ihm die Frage vorgelegt, ob von ihm auf dem Weissensteinschen Markte den 7. November 23 Rubel gestohlen worden, worauf er erwiederte: es ist allerdings wahr, dass seine 23 Rbl., welche er mit dem Pferdehandel seit dem 30. October verdient habe, gestohlen wurden.

Hierauf wurde ihm aufgegeben, dass, da der Verdacht des vorerwähnten Diebstahls stark auf ihn ruhe, er nachweisen muss, wie er mit seinem Pferde, welches circa 3 Rbl. Werth gewesen, in so kurzer Zeit vom 30. Oct. bis 7. Novbr. 23 Rbl. verdienen konnte.

Hans Jännes deponirte hierauf, er habe einmal auf dem Wege zum Weissensteinschen Markte d. 6. Novbr. getauscht, wo er schon ein besseres Pferd, als das seinige gewesen, erhalten habe u. dann habe er dieses eingetauschte Pferd auf dem Markte den 7. November wiederum mit einem Weibe getauscht, die ihm statt 5 Rbl. Aufgeld, wie sie Handels einig geworden, 16 Rbl. gegeben, u. zwar folgender Art:

einen 10 rubligen Schein habe sie für einen Rubel gerechnet

    "       5       "            "          "       "    "    drei       "             "           u. ausserdem habe sie ihm noch für einen Rbl. Marken gegeben, was also zusammen 16 Rubel ausmacht.

Auf die Frage, ob das Weib dann betrunken gewesen u. warum er sie absichtlich betrogen habe, gab er an: das Weib sei zwar nicht betrunken aber dumm gewesen, weil sie mit ihm in der Nacht getauscht u. auch das Geld im Dunklen ihm eingehändigt habe, deshalb konnte er es auch gleich nicht wissen, ob er mehr, als ihm rechtmässig zukam erhalten, u. als er dieses später entdeckte, habe er das Weib nicht mehr finden können. Dann habe er in derselben Nacht noch einige Mal getauscht u. immer Aufgeld bekommen, so dass er, als er später das eingehandelte Geld nachgezählt, im Ganzen 23 Rubel besessen hat.

Da obiger Nachweis wegen des erhaltenen Geldes nicht als Wahrheit aufgenommen werden kann, vielmehr als eine Lüge oder leere Erfindung anzunehmen ist, so wurde

verfügt:

den Hans Jännes, als des Einbruchs u. Diebstahls höchst verdächtig, zu verhaften u. Einem 5ten Pernauschen Kirchspielgerichte zu weiterer Untersuchung vorstellig zu machen.

Vorsitzer Hans Palm XXX

Beisitzer Andres Kukkemilk XXX

Die von den Gemeinderichtern eigenhändig Bezeichnung der drei Creuze beglaubigt Wallin ?

Es reichte der Pajusbysche Gesindeswirth Simori Hans Kuk die Anzeige, dass am 18. October in der Nacht seine Kleete aufgebrochen u. daraus 27,70 Kop. gestohlen worden. Verdacht hege er auf den Lostreiber Hans Jännes, weil derselbe am benannten Tage d. 18. Oct. zur Lopaschen Mühle gegangen, Abends spät nach Hause zurückgekehrt, u. am andern Morgen d. 19. Oct. in aller Frühe wieder fortgegangen ist. In derselben Nacht, als der H. Jännes sich abwesend zu zeigen beabsichtigte, ist die Kleete aufgebrochen worden. Da der H. Jännes am 30. Oct. sich zur Reise nach Dorpat gerüstet, so habe er Hans Kuk, auf vorbenannten Verdacht sich fussend, entschliessen müssen, ihn durch die Gemeinderichter wegen des gestohlenen Geldes befragen zu lassen u. nöthigenfalls seine beabsichtigte Fahrt zu vereiteln, u. sei er deshalb zur Nömmaferschen Magazinkleete gefahren, wo an demselben Tage, d. 30. Oct., die Richter beim Kornempfang beschäftigt waren, habe ihnen daselbst seine Verdachtsgründe gegen den Hans Jännes vorgetragen, worauf sie einig geworden, den des Diebstahls Verdächtigen wenn er angefahren kommt, anzuhalten u. zu durchsuchen.

Da sie aber bei ihm nur 50 Kop. gefunden, u. seiner Aussage, dass er durchaus nicht mehr Geld besitze, Glauben schenkten, so liessen sie ihn passiren.

Nun habe er Hans Kuk aber die Gewissheit, dass der Hans Jännes das Geld gestohlen hat weil letzterer selbst ausgesagt, dass ihm auf dem Weissensteinschen Markte 23 Rubel gestohlen worden u. wenn er nicht nachweisen kann, wo er dieses Geld erhalten so ist es ganz gewiss der Rest des aus seiner Kleete gestohlenen Geldes gewesen.

Vorgefordert erschien Hans Jännes u. wurde ihm die Frage vorgelegt, ob von ihm auf dem Weissensteinschen Markte den 7. November 23 Rubel gestohlen worden, worauf er erwiederte: es ist allerdings wahr, dass seine 23 Rbl., welche er mit dem Pferdehandel seit dem 30. October verdient habe, gestohlen wurden.

Hierauf wurde ihm aufgegeben, dass, da der Verdacht des vorerwähnten Diebstahls stark auf ihn ruhe, er nachweisen muss, wie er mit seinem Pferde, welches circa 3 Rbl. Werth gewesen, in so kurzer Zeit vom 30. Oct. bis 7. Novbr. 23 Rbl. verdienen konnte.

Hans Jännes deponirte hierauf, er habe einmal auf dem Wege zum Weissensteinschen Markte d. 6. Novbr. getauscht, wo er schon ein besseres Pferd, als das seinige gewesen, erhalten habe u. dann habe er dieses eingetauschte Pferd auf dem Markte den 7. November wiederum mit einem Weibe getauscht, die ihm statt 5 Rbl. Aufgeld, wie sie Handels einig geworden, 16 Rbl. gegeben, u. zwar folgender Art:

einen 10 rubligen Schein habe sie für einen Rubel gerechnet

    "       5       "            "          "       "    "    drei       "             "           u. ausserdem habe sie ihm noch für einen Rbl. Marken gegeben, was also zusammen 16 Rubel ausmacht.

Auf die Frage, ob das Weib dann betrunken gewesen u. warum er sie absichtlich betrogen habe, gab er an: das Weib sei zwar nicht betrunken aber dumm gewesen, weil sie mit ihm in der Nacht getauscht u. auch das Geld im Dunklen ihm eingehändigt habe, deshalb konnte er es auch gleich nicht wissen, ob er mehr, als ihm rechtmässig zukam erhalten, u. als er dieses später entdeckte, habe er das Weib nicht mehr finden können. Dann habe er in derselben Nacht noch einige Mal getauscht u. immer Aufgeld bekommen, so dass er, als er später das eingehandelte Geld nachgezählt, im Ganzen 23 Rubel besessen hat.

Da obiger Nachweis wegen des erhaltenen Geldes nicht als Wahrheit aufgenommen werden kann, vielmehr als eine Lüge oder leere Erfindung anzunehmen ist, so wurde

verfügt:

den Hans Jännes, als des Einbruchs u. Diebstahls höchst verdächtig, zu verhaften u. Einem 5ten Pernauschen Kirchspielgerichte zu weiterer Untersuchung vorstellig zu machen.

Vorsitzer Hans Palm XXX

Beisitzer Andres Kukkemilk XXX

Die von den Gemeinderichtern eigenhändig Bezeichnung der drei Creuze beglaubigt Wallin ?


TAGASI KUVA MÄRGENDUS