Local Untersuchung im Laiksaarschen Gesinde Loigo am 20ten Juli 1863.
Gegenwärtig: In Stelle das Gemeinde Vorsitzers Jürri Oraw.
Beisitzer Jaan Kurm
Subst: Matz Rast
Es erschien der Krons buschwächter Rägi Matz Jerw und zeigt an das er am 17ten Juli Morgens durch seinen Knecht Peter Treu, welcher letzterer wiederum von Loigoschen Weibe Ewa Mütt gehört, in Erfahnung gebracht, Loigosche Leute, als der Wirth Jacob Andersohn, dessen Bruder Ado und der Badstüber Jürri Toff haben ein oder zwei Elenne erlegt. Er sei sogleich in den Wald gegangen und habe frische Schlittenspuren gefunden, welche zu den frischen Ueberresten eines getödteten Elennes geführt. Als er wiederum der Spur des Schlittens, auf welchem das erlegte Elenn aus dem Walde transportirt worden zurück gefolgt habe er gefunden dass diese Spur direckt in den Loigo Gesinde Hof führe und als er in demselben gelangt, sind die Weiber welche in der Kleete beschäftigt gewesen mit bestürzten Mienen hinaus gelaufen und haben aufs Eiligste die Thüre verschlossen.
Der Forstwächter Reinwald erklärt hierauf, dass als er auf Nachricht des Buschwächters Matz Jerw ins Loigo Gesinde gekommen, die Spuren gefunden und nach dem Gemeinde Amten Kamma Ermann un Tuba Ado gesendt, damit sie sich gleich von dem Thatbestand überführen und eine Besichtigung der verdächtigen Kleete unternehmen, war weder der eine noch der andere der gerufenen Gemeindebeamten erschienen.
Durch die am 18ten Juli durch den Gemeinderichter Jaan Kurm gemachte Untersuchung in loco, welcher aus dem Loigo Hofe rückwürts der Schlittenspur bis zu den Elennsresten gefolgt, so wie durch die gegenwärtig von obgenennten Richtern bewerkstelligten Untersuchung hat sich erwiesen, dass die qu. Schlittenspur durch Wald, über Heuschläge und Felder gerade in den Loigo Gesinde Hof hineinführe.
Der Wirth Jacob Andersohn welcher mitgerufen worden, entfernte sich heimlich und kehrte nach Hause zurück.
Ewa Raisk Hütermädchen sagt auf mehrfaches Befragen aus, ihr habe des Wirthen Schwester, Hütermagd Kaddri Andersohn erzählt der Wirth habe in Gemeinschaft mit seinem Bruder und Jürri Toff zwei Elenne geschossen und die Felle hingen auf dem Boden des neuen Hauses, darauf sei sie hingegangen und die blutenden Felle auch gesehen habe. Auch habe die Hütermagd Kaddri Elennsfleisch zur Hütung mitgehabt. Sie wisse ebenfalls, dass als der Buschwächter Matz in den Gesinde Hof gekommen, die Weiber des Gesindes noch beschäftigt gewesen seien mit die von den Kerlen nicht zur Stadt mitgenommenen Fleischstücke in der Kleete zu zertheilen.
Peter Treu sagt aus, dass Ewa Mütt ihm gesagt der Loigo Wirth dessen Bruder und Jürri Toff haben zwei Elenne geschossen, sie dürfe es aber dem Buschwächter nicht sagen, weil sie dann vom Wirthen verfolgt werden würde: Als Ewa Mütt einwenig später wieder mit ihm zusammen getroffen, habe sie sich bedauert dahin geäussert, dass es jetzt wohl schon zu spät sei, in Loigo Nachsuchung zu halten, indem der Wirth und dessen Bruder Ado das Fleisch soeben zur Stadt gebracht hätten.
Endrik Mütt sagt aus, der Wirth Jacob Andersohn, dessen Bruder Ado und Jürri Toff seien am Dienstag Abend mit zwei Pferden und Räggen in den Wald gefahren nach Elennsfleisch. Auch habe ihm Ado Andersohn selbst gesagt, sie fahren gegenwärtig in den Wald nach "werskem".
Kaddri Wachter gestehe, dass ihr Ewa Mütt am Mittewoch Morgen gesagt, eben haben die Loigoschen Leute Wirth Jacob, dessen Bruder Ado und Jürri Toff Elennfleisch aus dem Walde gebracht und auch sogleich zur Stadt verführt. Die Leute haben erst einen andern Weg einschlagen wollen, als sie aber Stimmen auf dem nahen Rägischen Heuschlage gehört, haben sie mit dem Fleische einen Umweg durch den Wald machen müssen. Als die Loigoschen Leute durch die Rägische Heerde mit dem Fleische gefahren, seien die Ohsen auf den frischen Geruf hinzu gestürtzt brüllend. Es seien überhaupt die Loigoschen Leute bekannte Wilddiebe, den vor 2 Jahre als sie auch bei ihnen gedient, haben sie auch immer Elennsfleisch gehabt, einmal habe ihnen noch Endrik Mütt vom Boden wo sie heimlicher Weise das Fleisch aufbewahrt, einen Elennschinken entwandt, worauf sie sie Kaddri Wachter dieser That beschuldigt haben.
Ewa Mütt sagt aus, sie habe schon am Dienstag Abend gehört, dass der Loigo Wirth Jacob, dessen Bruder Ado und Jürri Toff nach Elennsfleisch in den Wald fahren mit 2 Pferden vor Räggen gespannt. Am Mittewoch Morgen seien ihr auch diese 3 Leute im Walde mit Fleisch entgegen gekommen, doch seien der eine der Räggen flach mit einwenig Heu, der andere ebenso mit wenigem Strauch belegt gewesen. Bald darauf seien ihr der Wirth und dessen Bruder begegnet, wie sie mit Fleischstücken zur Stadt gefahren.
Ado Andersohn sagt auf Befragen, dass er weder die Nacht nach Fleisch gewesen noch wisse er etwas von einem erlegten Elenn.
Jürri Toff leugent in grober und schreiender Weise alles und wisse er die Elennsjagd unschuldiger Weise beleidigter von Nichts.
Der Buschwächter Matz Jerw berichtet noch, als Loigo Jacob und Ado Andersohn aus der Stadt zurückgekehrt, habe er sie in Gegenwart seiner Knechte untersuchen wollen nach blutigen Stücken. Doch habe Jacob Andersohn dieses nicht zugelassen, sondern ihn, den Buschwächter, an die Brust gefasst und gröblich beleidigt.
Jacob Andersohn sagt er brauche keinem auf dem Wege etwas zu zeigen, doch habe der Buschwächter ihn beraubt und ihm seine aus der Stadt gebrachten Sachen zerschlagen, auch sei er die Nacht von Dienstag auf Mittewoch nicht im Walde sondern zu Hause gewesen, habe kein Fleisch zur Stadt gebracht und wisse überhaupt von keiner Elennsjagd.
Kaddri Wachter sagt, dass der Buschwächter dem Jacob Andersohn nichts böses gethan, er habe nur nach blutigen Stücken suchen wollen doch habe der Jacob den Buschwächter an der Brust gegriffen und furchtbar geschimpft, endlich sich los gerissen und gewaltsam davon gefahren.
Johann Poss sagt ebenso.
Peter Treu sagt ebenso.
Local Untersuchung im Laiksaarschen Gesinde Loigo am 20ten Juli 1863.
Gegenwärtig: In Stelle das Gemeinde Vorsitzers Jürri Oraw.
Beisitzer Jaan Kurm
Subst: Matz Rast
Es erschien der Krons buschwächter Rägi Matz Jerw und zeigt an das er am 17ten Juli Morgens durch seinen Knecht Peter Treu, welcher letzterer wiederum von Loigoschen Weibe Ewa Mütt gehört, in Erfahnung gebracht, Loigosche Leute, als der Wirth Jacob Andersohn, dessen Bruder Ado und der Badstüber Jürri Toff haben ein oder zwei Elenne erlegt. Er sei sogleich in den Wald gegangen und habe frische Schlittenspuren gefunden, welche zu den frischen Ueberresten eines getödteten Elennes geführt. Als er wiederum der Spur des Schlittens, auf welchem das erlegte Elenn aus dem Walde transportirt worden zurück gefolgt habe er gefunden dass diese Spur direckt in den Loigo Gesinde Hof führe und als er in demselben gelangt, sind die Weiber welche in der Kleete beschäftigt gewesen mit bestürzten Mienen hinaus gelaufen und haben aufs Eiligste die Thüre verschlossen.
Der Forstwächter Reinwald erklärt hierauf, dass als er auf Nachricht des Buschwächters Matz Jerw ins Loigo Gesinde gekommen, die Spuren gefunden und nach dem Gemeinde Amten Kamma Ermann un Tuba Ado gesendt, damit sie sich gleich von dem Thatbestand überführen und eine Besichtigung der verdächtigen Kleete unternehmen, war weder der eine noch der andere der gerufenen Gemeindebeamten erschienen.
Durch die am 18ten Juli durch den Gemeinderichter Jaan Kurm gemachte Untersuchung in loco, welcher aus dem Loigo Hofe rückwürts der Schlittenspur bis zu den Elennsresten gefolgt, so wie durch die gegenwärtig von obgenennten Richtern bewerkstelligten Untersuchung hat sich erwiesen, dass die qu. Schlittenspur durch Wald, über Heuschläge und Felder gerade in den Loigo Gesinde Hof hineinführe.
Der Wirth Jacob Andersohn welcher mitgerufen worden, entfernte sich heimlich und kehrte nach Hause zurück.
Ewa Raisk Hütermädchen sagt auf mehrfaches Befragen aus, ihr habe des Wirthen Schwester, Hütermagd Kaddri Andersohn erzählt der Wirth habe in Gemeinschaft mit seinem Bruder und Jürri Toff zwei Elenne geschossen und die Felle hingen auf dem Boden des neuen Hauses, darauf sei sie hingegangen und die blutenden Felle auch gesehen habe. Auch habe die Hütermagd Kaddri Elennsfleisch zur Hütung mitgehabt. Sie wisse ebenfalls, dass als der Buschwächter Matz in den Gesinde Hof gekommen, die Weiber des Gesindes noch beschäftigt gewesen seien mit die von den Kerlen nicht zur Stadt mitgenommenen Fleischstücke in der Kleete zu zertheilen.
Peter Treu sagt aus, dass Ewa Mütt ihm gesagt der Loigo Wirth dessen Bruder und Jürri Toff haben zwei Elenne geschossen, sie dürfe es aber dem Buschwächter nicht sagen, weil sie dann vom Wirthen verfolgt werden würde: Als Ewa Mütt einwenig später wieder mit ihm zusammen getroffen, habe sie sich bedauert dahin geäussert, dass es jetzt wohl schon zu spät sei, in Loigo Nachsuchung zu halten, indem der Wirth und dessen Bruder Ado das Fleisch soeben zur Stadt gebracht hätten.
Endrik Mütt sagt aus, der Wirth Jacob Andersohn, dessen Bruder Ado und Jürri Toff seien am Dienstag Abend mit zwei Pferden und Räggen in den Wald gefahren nach Elennsfleisch. Auch habe ihm Ado Andersohn selbst gesagt, sie fahren gegenwärtig in den Wald nach "werskem".
Kaddri Wachter gestehe, dass ihr Ewa Mütt am Mittewoch Morgen gesagt, eben haben die Loigoschen Leute Wirth Jacob, dessen Bruder Ado und Jürri Toff Elennfleisch aus dem Walde gebracht und auch sogleich zur Stadt verführt. Die Leute haben erst einen andern Weg einschlagen wollen, als sie aber Stimmen auf dem nahen Rägischen Heuschlage gehört, haben sie mit dem Fleische einen Umweg durch den Wald machen müssen. Als die Loigoschen Leute durch die Rägische Heerde mit dem Fleische gefahren, seien die Ohsen auf den frischen Geruf hinzu gestürtzt brüllend. Es seien überhaupt die Loigoschen Leute bekannte Wilddiebe, den vor 2 Jahre als sie auch bei ihnen gedient, haben sie auch immer Elennsfleisch gehabt, einmal habe ihnen noch Endrik Mütt vom Boden wo sie heimlicher Weise das Fleisch aufbewahrt, einen Elennschinken entwandt, worauf sie sie Kaddri Wachter dieser That beschuldigt haben.
Ewa Mütt sagt aus, sie habe schon am Dienstag Abend gehört, dass der Loigo Wirth Jacob, dessen Bruder Ado und Jürri Toff nach Elennsfleisch in den Wald fahren mit 2 Pferden vor Räggen gespannt. Am Mittewoch Morgen seien ihr auch diese 3 Leute im Walde mit Fleisch entgegen gekommen, doch seien der eine der Räggen flach mit einwenig Heu, der andere ebenso mit wenigem Strauch belegt gewesen. Bald darauf seien ihr der Wirth und dessen Bruder begegnet, wie sie mit Fleischstücken zur Stadt gefahren.
Ado Andersohn sagt auf Befragen, dass er weder die Nacht nach Fleisch gewesen noch wisse er etwas von einem erlegten Elenn.
Jürri Toff leugent in grober und schreiender Weise alles und wisse er die Elennsjagd unschuldiger Weise beleidigter von Nichts.
Der Buschwächter Matz Jerw berichtet noch, als Loigo Jacob und Ado Andersohn aus der Stadt zurückgekehrt, habe er sie in Gegenwart seiner Knechte untersuchen wollen nach blutigen Stücken. Doch habe Jacob Andersohn dieses nicht zugelassen, sondern ihn, den Buschwächter, an die Brust gefasst und gröblich beleidigt.
Jacob Andersohn sagt er brauche keinem auf dem Wege etwas zu zeigen, doch habe der Buschwächter ihn beraubt und ihm seine aus der Stadt gebrachten Sachen zerschlagen, auch sei er die Nacht von Dienstag auf Mittewoch nicht im Walde sondern zu Hause gewesen, habe kein Fleisch zur Stadt gebracht und wisse überhaupt von keiner Elennsjagd.
Kaddri Wachter sagt, dass der Buschwächter dem Jacob Andersohn nichts böses gethan, er habe nur nach blutigen Stücken suchen wollen doch habe der Jacob den Buschwächter an der Brust gegriffen und furchtbar geschimpft, endlich sich los gerissen und gewaltsam davon gefahren.
Johann Poss sagt ebenso.
Peter Treu sagt ebenso.